Die Überwinterung der Maurischen Landschildkröte, sofern es eine Testudo graeca ibera ist, unterscheidet sich nur unwesentlich von der Griechischen Landschildkröte.

Andere Testudo graeca Unterarten halten keine Winterruhe ,oder aber eine nur sehr verkürzte.

Zuerst möchte ich aber darauf aufmerksam machen, das die Vorbereitungen auf die Ruhephase eigentlich schon im Spätsommer anfangen. Man sollte seine Schildkröte von einem  erfahrenen Tierarzt, der sich mit Reptilien auskennt, auf Parasiten und Krankheiten untersuchen lassen.
Nur gesunde Tiere, die “ frei ” von Parasiten sind, dürfen in die mehrmonatige Winterstarre.
Sollte Ende August bis Anfang September ein Parasitenbefall oder eine Krankheit bei unseren Schildkröten festgestellt werden, bleibt noch genügend Zeit um sie zu behandeln.

Die gesunde Schildkröte wird bei uns Anfang November auf die Winterstarre vorbereitet.
Die Temperaturen bleiben dann normalerweise nachts im Freiland unter 10°C und auch die Sonne hat tagsüber nicht mehr die Kraft die Tiere auf ihre Vorzugstemperatur von 37°C aufzuwärmen. Bei diesen Witterungsbedingungen bleiben unsere Tiere nur noch in ihrem Schutzhaus. Dort suchen sie sich tagsüber dann einen Platz unter den Wärme- und UV Lampen.

Zu diesem Zeitpunkt beginnen wir mit der etwa 4wöchigen Vorbereitungszeit:

In der ersten Woche sorgen wir tagsüber für eine Umgebungstemperatur von 20°C und nachts fällt die Temperatur auf 15°C ab.
Die Beleuchtung die aus Halogen und UV Strahlern besteht schaltet um 9 Uhr ein und um 16 Uhr aus.
In dieser ersten Woche der Vorbereitungszeit wird das Licht- bzw. Wärmeangebot von den Schildkröten auch noch gerne angenommen.
Zur Flüssigkeitsaufnahme baden wir in dieser Woche unsere Schildkröten 1 mal in lauwarmen Wasser.
Dazu “ sammeln “ wir die Tiere, wenn sich sich unter den Lampen aufgewärmt haben ein und baden sie etwa 10 Minuten. Später werden sie dann wieder (abgetrocknet) unter die Lampen gesetzt.Auch die Nahrungsaufnahme ist noch fast unverändert.

In der zweiten Woche senken wir die Umgebungstemperatur tagsüber auf 15°C ab. Nachts wird das Schutzhaus nur noch auf 10°C geheizt.
Die Beleuchtungsdauer wurde stufenweise soweit herabgesetzt, das die Lampen nur noch von 11 Uhr bis 15 Uhr, also gerade mal 4 Stunden leuchten.
Durch die niedrigeren Temperaturen fressen die Schildkröten schon automatisch fast nichts mehr und bleiben auch schon mal einen ganzen Tag nur im Heu, oder graben sich schon ein wenig ein.
Man merkt schon deutlich, dass sich die Tiere auf die Winterruhe vorbereiten, sie werden regelrecht träge. 

In der dritten Woche wird die Umgebungstemperatur im Schutzhaus noch weiter gesenkt. Tagsüber heizen wir auf 10°C, nachts auf 5°C hoch.
Die Beleuchtung ist nur noch um die Mittagszeit für 2 Stunden in Betrieb.
Gefressen wird nun schon nichts mehr.

In der vierten Woche wird die Beleuchtung ganz ausgeschaltet und auch die Heizung hält die Temperatur nur noch auf 5°C.
Die Tiere sollten nun schon alle vergraben sein, bzw. zumindest nicht mehr aktiv sein.
Sollten noch geringe Reste Kot im Darm sein, ist dies nicht weiter schlimm, denn eine 100%ige Darmentleerung ist auch nicht wünschenswert.
Die Schildkröten kommen nun in ihre Überwinterungskisten und werden bei konstanten 5°C in den Klimaschrank gesetzt.

Als Überwinterungskiste nutzen wir, da sie ganz genau in den Klimaschrank passen, Plastikboxen der Marke Curver in der Größe 50X35 cm.
Diese Boxen füllen wir zu 2/3 mit angefeuchteter Nullerde.
Nullerde ist eine Anzuchterde die ungedüngt ist. Natürlich kann man, was noch besser wäre Gartenerde nehmen, aber nicht jeder möchte im Herbst seinen Garten in ein Minenfeld verwandeln.
Über die Erde geben wir noch eine Schicht Buchenlaub und decken die Box mit einem feuchten Tuch ab.
1 bis 2 mal in der Woche feuchten wir die Tücher nach. Dabei muss natürlich der Kühlschrank geöffnet werden und das sorgt somit für Sauerstoff im Kühlschrank.

Im Kühlschrank bleiben unsere halbjährigen Nachzuchten zwischen 2 und 3 Monate, wobei die älteren Schildkröten dort bis zu 4 Monate schlafen.

In meinem Buch “Die Iberische Landschildkröte” (siehe Startseite) können sie ausführliches über die Winterstarre erfahren.

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